Dienstag, 12. November 2013

Connyland's Delphine.



.... im Moment lese ich die ganze Zeit Artikel über die Delfine, die nun ihr "Zuhause" gewechselt haben. Genauer: es betrifft die Delphine aus dem Connyland. Es waren 3: Chicky, Secret und Angel. Wegen eines vom National- und Ständerat Mitte 2012 beschlossenen Importverbot für Delphine musste das Connyland seine geliebten Delphine schwerenherzens abgeben, da eine natürliche Nachzucht mit ihren drei verbleibenden Tieren nicht möglich wäre.
Das Connyland wurde schon seit Jahren immer von den Tierschützern angegriffen. Der ständige Vorwurf ist klar: die Delphine gehören nicht eingesperrt. Ich erinnere mich noch wie ich als Kind an einer Show war und am Ende unterschrieben wir auf einer Liste zur Stimmensammlung, die Tiere behalten zu können.
Gut, nun werde ich mal meine ganz ehrliche Meinung dazu äussern - auch wenn mich einige dafür aufessen würden. w. t. f.... Klar, es sind Wildtiere und sie gehören nicht eingesperrt. Aber das Connyland gab immer alles, um den Delphinen ein gutes Leben zu bieten - wenn auch in Gefangenschaft. Mir kam es oft so vor, als hätten gewisse Tierschützer einfach zu viel Langeweile und da hackt man lieber auf anderen rum. Seit 40 Jahren hält das Connyland nun Delphine. Sie wissen was sie tun. Viele Delphine sind dort zur Welt gekommen und kennen kein anderes Leben. Natürlich, es wird niemals das Gleiche sein, wie wenn sie in freier Wildbahn leben würden, aber die Tiere waren nun mal schon dort. Ich fragte mich SO oft, was diese Tierschützer nun eigentlich wollen und erwarteten. Sollte man die Delphine einfach wieder ins Meer werfen? Echt? War es das?? Seriously?! Okay, da fällt mir nur ein Beispiel ein, bei dem mir heute noch das Herz blutet: Keiko.


Keiko ist der Killerwal/Orca, der mehr unter dem Namen "Willy"bekannt ist - nämlich aus dem Film "Free Willy". Wer meinen Blog mitverfolgt, weiss, dass ich eine absolute Orca-Vernarrte bin und ich kenne mich daher gut aus. Nach dem Filmdreh erhoben sich Millionen Stimmen, Keiko freizulassen. Damals lebte er im Freizeitpark "Reino Aventura" in Mexiko und zugegeben, das Becken war nix. Weniger als das... Die Umstände, unter denen er dort lebte, bewirkten sogar eine virusbedingte Hautkrankheit (an den Ansätzen der Brustflossen - Papillomavirus um genau zu sein) und seine Rückenflosse war umgeknickt. Ein grösseres und besseres Becken wäre dringend nötig gewesen.
Dann jedoch kamen freikaufenden  Spendengelder der "Free Willy Foundation" und der Plan, Keiko auszuwildern. Das geht jedoch nicht einfach so. Keiko wurde im Alter von knapp 2 Jahren gefangen und lebte seit 15 Jahren in Gefangenschaft. Er wusste doch gar nicht, was es war, ein wildlebender Wal zu sein - wahrscheinlich wusste er nicht mal, was es war, ein Killerwal zu sein.
Das Millionen-Dollar-schwere Auswilderungsprogramm (in einem neuen, extra erbauten Becken im Oregon Coast Aquarium) bestand darin, Keiko in dem Punkt "abzutrainieren", ein Show-Tier zu sein und anzutrainieren, dass er ein Wal war. Ein Wal, der zum Schlafen seine Spielzeuge in eine Ecke zusammentrieb um dazwischen zu schlafen...... Orcas können bis zu 18 Minuten die Luft anhalten. Keiko konnte das gerade mal für 4 Minuten... Na ja, sie waren optimistisch, dass das Projekt klappt, aber keine Ahnung.... Keiko hatte sogar Angst vor den Orcas, als er ihnen im offenen Meer begegnete und wich dem mitfahrenden Schiff nicht von der Seite.. Trotzdem fand man irgendwann, dass er soweit war und liess ihn frei. Zwar mit einem Sender, aber irgendwann verlor sich die Spur.
Wie endete das Ganze? Keiko fand keinen Anschluss und suchte weiterhin die Nähe der Menschen. So tauchte er im norwegischen Taknesfjord wieder auf und musste dort gepflegt werden. Keiko war in schlechtem Zustand, ausgehungert und krank. Das Nötigsein der menschlichen Betreuung war klar und schlussendlich starb er nach 1 1/2 Jahren "Freiheit".


Ich kritisiere das Ganze schwer. Es war gut gemeint, aber einen Wal, der mehr Gefangenschaft als Freiheit und Wal-sein kannte, auszuwildern ist eher unsinnig. Damit stehe ich übrigens nicht alleine da. 20 Millionen für nix...


Genauso finde ich es daneben, dass man ständig auf dem Connyland rumhacken musste. Warum man sich ständig in solche Angelegenheiten mischen musste und der Vorwurf, sie würden Tierquälerei vertuschen finde ich unter aller Sau.

Der ganze Streit fand irgendwie den grossen Höhepunkt, als 2011 innerhalb einer Woche zwei der Delphine starben. Man kam zum Schluss, dass eine Gehirnschädigung in Folge einer zu hohen Antibiotika-Verabreichung die Todesursache sei, weshalb ein deutscher Tierarzt sogar mit einer Geldstrafe gebüsst wurde. Das Connyland jedoch war der Überzeugung, dass jemand nachts in den Park eingebrochen und die Delphine böswillig vergiftet hätte.
Am Samstag war es nun soweit: die übriggebliebenen Delphine wurden nach Jamaika gefolgen - allerdings nur zwei von drei. Delphin "Angel" überlebte die Vorbereitungen leider nicht... Es war wohl zu stressig. Das tut mir echt leid...
In Jamaika sind sie nun Teil eines Programms, bei dem man mit Delphinen schwimmen kann. Zufrieden, liebe Tierschützer? Nein? Dann also doch ganz in die Wildniss schmeissen? Und sie dann dort "verrecken" lassen wie Keiko? Auch nicht? Tja, dann hätte man sie einfach im Connyland lassen sollen, wo sogar ein grösseres Becken in Planung war. F**k off, eh... -__-


Ich finde dieser ganze Aufruhr um das Connyland daneben. Tierquälerei ist das, was man in den spanischen Arenas macht, nämlich unsinniges Töten. Nein, noch schlimmer: Töten zur Belustigung von uns Menschen. Das ist pervers und unmenschlich. Und ich empfinde es als absoluten Skandal, dass das nun zu einem "Kulturgut" erklärt wurde. Spinnt die Welt jetzt völlig?? Tierquälerei ist kein Kulturgut, verdammt nochmal! Ich krieg da echt Hass. Aber dazu gibts vielleicht einen separaten Blogpost...

Jedenfalls musste ich mal meinem Frust über dieses Delphin-Thema Luft lassen.... Setzt euch doch lieber dafür ein, dass das Walfangen und -Abschlachten aufhört, statt Parks, die geprüft und betreut werden und ihr Bestes geben, damit es den Tieren gut geht, zu nerven und unnötig zu stressen. Ich selbst bin im Tierschutz tätig, arbeite wegen meinem Beruf mit Tieren, bin auch in Organisationen mit Spenden aktiv, aber sowas finde ich absoluten Blödsinn. Die Anfeindungen gegen Sea World wegen den Orcas fällt ins selbe Thema. Der Killerwal um den ich mich zurzeit sorge, ist Tilikum, weil der wegen seiner Vergangenheit leider kein tolles Leben hat, aber na ja..
Keine Ahnung, vielleicht muss ich den Eintrag noch editieren, wenn mir was einfällt, aber vorerst schliesse ich hier ab.

xoxo.

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